Wenn das Wetter verrücktspielt

Immer häufiger zerstören Sturm, Hochwasser und Erdrutsch Häuser, Mobiliar und Autos. Doch wer zahlt den Schaden? Der richtige Versicherungsschutz ist nach dem Gewitter Gold wert.

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Starkregen und Blitzschlag

Hardrock-Fans kann so schnell nichts erschüttern. Auf Open-Air-Festivals trotzen sie regelmäßig Wind und Wetter. Aber im Juni dieses Jahres kam es selbst für die rustikalen Musikliebhaber zu dick. Stark­regen, Hagel und Blitzschlag verletzten 80 Personen, zwei mussten wiederbelebt werden. Unwetter gab es bei solchen Konzerten schon häufiger, aber in diesem Jahr beendete das Wetter jäh den legendären „Rock am Ring“. Es herrschte Notstand in der Eifel.

Schwere Schäden

Überall in Deutschland spielte dieses Jahr das Wetter verrückt: Im schwäbischen Braunsbach oder im bayerischen Simbach verwandelten sich kleine Bäche in reißende Ströme. Dem Hochwasser folgten Schlammlawinen, die Feuer­wehr war machtlos, die Einwohner verzweifelt. In Hamburg fegte ein Tornado über einen gesamten Stadtteil und hinterließ Bilder, die sonst nur in Übersee entstehen. Doch das sind nur einige Beispiele. Die Unwetterserie im Mai und Juni wurde von einem lange anhaltenden Tief über Mitteleuropa ausgelöst. Allein diese Unwetter richteten einen Schaden von 5,4 Milliarden Euro an. Und alles deutet darauf hin, dass diese Wetterkapriolen keine Einzelfälle waren, sondern kontinuierlich zunehmen.

Blitzeinschlag: Gewitter sind eine ernste Bedrohung für das Haus (Foto: dpa, Marc Mueller)

„Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden sind. Von 1951 bis 2010 haben sich solche Ereignisse, die sich früher nur einmal in 20 Jahren ereigneten, nahezu verdoppelt“,  so Peter Höppe, Katastrophenexperte der Versicherungsgesellschaft Münchener Rück. Das Perfide an den neuen Wetterkata­s­trophen: Sie finden dort statt, wo niemand sie erwartet. Nicht nur die bekannten Risikogebiete sind betroffen, sondern es kann jeden überall treffen.

Wenn das Wetter zuschlägt, wird es teuer. Und wer nicht ausreichend versichert ist, dem droht nicht selten der Ruin. Denn die großen Schäden wie Hochwasser, das den Keller flutet, und der Erdrutsch, der den Rest erledigt, sind durch die gängigen Gebäudeversicherungen meistens nicht gedeckt. Nur wer zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen hat, kann sich sicher fühlen. Es kommt jedoch auf die Risikoklasse an. Nahezu alle deutschen Immobilien sind im Hinblick auf Hochwasser in vier Gefährdungsklassen erfasst. Wer in Stufe vier geführt wird, hat auf zu gefährlichem Boden gebaut und wird kaum eine Versicherung finden. Das betrifft aber nur 0,7 Prozent aller Fälle. Für die Gefahrenklasse zwei (1 Prozent) und drei (7,4 Prozent) ist der Versicherungsschutz möglich, aber teurer. Für Häuser in Zone eins ist die Versicherung in der Regel kein Problem.

Versicherung sofort informieren

Mit der Versicherung allein ist jedoch nicht alles getan. Tritt der Schadenfall ein, muss der Versicherte die Auswirkungen gering halten, etwa ein Loch im Dach abdichten oder Gegenstände aus dem Wasser retten. Auf jeden Fall gilt: die Versicherung so schnell wie möglich informieren und die Schäden mit Fotos dokumentieren. Dann klappt auch die Abwicklung.

5,4 Milliarden Euro beträgt der Schaden, den die Unwetter im Mai und Juni verursacht haben.

Hausrat: Hochwasser ruiniert das Inventar. Nur eine Zusatzversicherung zahlt den Schaden (Foto: dpa, Angelika Warmuth)

Versicherung: wer zahlt was?

Wohngebäude­versicherung

Bei einer Überschwemmung bleibt der Hausbesitzer meist auf dem Schaden und den Kosten der Aufräumarbeiten sitzen. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt im Normalfall nur Schäden durch Brand, Blitzschlag und Explosion, Sturm und Hagel sowie Leitungswasser. Überschwemmungsschäden am Haus, die durch Überflutung oder durch Rückstau aus der Kanalisation verursacht werden, sind in der Regel nicht mitversichert. Anders bei der Wohngebäudeversicherung OPTIMAL der AachenMünchener: Sie sichert Wohneigentum in einem einfachen und leistungsstarken Paket (unter Berücksichtigung der für das Gefahrengebiet geltenden Selbstbehalte) ab.

Hausratversicherung

Sie zahlt für Schäden durch Überschwemmungen normalerweise nicht – es sei denn, es wurde zusätzlich vertraglich vereinbart. Versichert ist Hausrat ansonsten nur gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Einbruchdiebstahl.

Teilkaskoschutz

Sind Autos und Motorräder vom Hochwasser betroffen, zahlt die Teilkasko. Ausnahme: Der Besitzer war rechtzeitig gewarnt und hat es versäumt, sein Fahrzeug in Sicherheit zu bringen.

 Titelfoto: fotolia/tinyal

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