Die elf besten Spartipps zum Jahresende

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wer jetzt noch an den richtigen Stellschrauben dreht, kann kräftig Geld sparen. Einige Punkte sollten besonders im Blick behalten werden.

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2.976
Euro
mit einer betrieblichen Altersversorung kann der Angestellte pro Jahr bis zu 2.976 Euro steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei (oder 248 Euro bei monatlicher Zahlung) aus seinem Gehalt umwandeln.
154
Euro
Wer riestert, spart nicht nur Geld für den Ruhestand, sondern kassiert auch Zulagen vom Staat. Pro Jahr beträgt die sogenannte Grundzulage 154 Euro.
1.250
Euro
Arbeiten, zum Teil von daheim?
Sie können bis zu 1.250 Euro geltend machen.
200
Euro
Bis zur Höhe von 200 Euro kann sich das Finanzamt in Sachen Nachweis kulant zeigen.

1.

Bei der betrieblichen Altersversorgung unterstützt der Chef seine Angestellten beim Sparen, indem er Teile des Gehalts etwa in eine Direktversicherung steckt. Ohne Umweg über das Konto des Angestellten. Der muss diesen Anteil seines Gehalts daher nicht jetzt versteuern, sondern erst als Ruheständler. Pro Jahr kann der Angestellte bis zu 2.976 Euro steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei (oder 248 Euro bei monatlicher Zahlung) aus seinem Gehalt umwandeln. Deswegen gilt: Je früher damit begonnen wird, desto besser. Und wer noch nicht den Höchstbetrag nutzt, sollte jetzt damit anfangen. Sprechen Sie also bald mit Ihrem Vermögensberater.

2.

Auch an Fortbildungen kann der Fiskus beteiligt werden. Eine Fortbildung, da ist der Staat sehr genau, verbessert die Fähigkeiten im ausgeübten Beruf. Ein Rhetorik-Kurs zum Beispiel für das Verkaufspersonal. Wichtig: Dieser Kurs muss erkennbar dem Berufsleben dienen und nicht der privaten Neugier. Im Idealfall bestätigt der Arbeitgeber diesen Zweck. Dann steht der steuerlichen Anerkennung nichts mehr im Weg. Die Kosten, zum Beispiel die Hotelunterbringung ebenso wie die Kursgebühr, können unter den „Werbungskosten“ eingetragen werden. Warum nicht noch 2016 damit beginnen?

3.

Unversteuertes Einkommen? Das geht, ganz offiziell und legal. Dazu muss ein entsprechender Freibetrag auf der Steuerkarte eingetragen werden. Das Finanzamt spielt mit, wenn man geltend machen kann, höhere Kosten als gewöhnlich zu haben. Mehr als 600 Euro über den 1.000 Euro, die der Staat sowieso als Pauschbetrag bei Werbungskosten ansetzt, sollten es schon sein. Diese Summe ist etwa bei Pendlern schnell überschritten. Wird der Antrag vom Finanzamt anerkannt, haben Sie im Folgemonat bereits mehr Geld auf dem Konto – weil netto mehr ausgezahlt wird. Der Antrag muss bis Ende November des laufenden Jahres gestellt werden. Wer abwinkt, muss sich das Geld eben auf dem klassischen Weg der Steuererklärung im Folgejahr zurückholen.

4.

Wer riestert, spart nicht nur Geld für den Ruhestand, sondern kassiert auch Zulagen vom Staat. Die allerdings muss er bis Ende Dezember beantragen. Ein Dauerzulagenantrag verhindert, dass Ihnen die Förderung durch die Finger gleitet. Pro Jahr beträgt die sogenannte Grundzulage 154 Euro. Dazu kommen die Kinderzulagen – 185 Euro für Kinder, die bis Ende 2007 geboren wurden, 300 für später geborene Kinder. Diese Förderung bekommt, wer pro Jahr vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Einkommens einzahlt. Zudem kann der Riester-Sparer „Sonderausgaben“ in der Steuererklärung (bis zu 2.100 Euro) geltend machen. Der Fiskus prüft, was dem Sparer mehr bringt – Steuervorteil oder Riester-Zulage.

5.

Auch der Handwerker im eigenen Haus, in der Mietwohnung oder der selbst bewohnten Eigentumswohnung kann das zu versteuernde Einkommen des Jahres 2016 senken. Absetzbar ist allerdings nur die Arbeitsleistung des Handwerkers, nicht das verwendete Material. Ein Beispiel: Die Farbe des Malers interessiert den Fiskus nicht, wohl aber dessen Arbeitsstunden. Einziger Wermutstropfen ist die Höhe: Mehr als 1.200 Euro erkennt der Staat nicht an. Voraussetzung: eine offizielle Rechnung, die auch schon per Überweisung bezahlt wurde. Und natürlich das Eintragen in den „Mantelbogen“ der Steuererklärung.

6.

Wer nicht als Angestellter, sondern als Selbstständiger
arbeitet, für den bieten sich Rürup-Verträge an. Ähnlich wie beim „Riestern“ soll damit langfristig Vermögen mit staatlicher Hilfe aufgebaut werden. Zuschüsse gibt es bei dieser Vorsorgeform zwar nicht, dafür aber einen satten Steuervorteil. Wer in einen sogenannten Basisrentenvertrag einzahlt, kann den Betrag bei der Steuer als „Vorsorgeaufwand“ geltend machen.

7.

Wenn bei der Geldanlage trotz aller Sorgfalt etwas schiefgegangen ist und gegen Jahresende Verluste drohen, lässt sich der Staat daran beteiligen. Dazu muss bis zum 15. Dezember bei der Bank eine Verlustbescheinigung beantragt werden. Das ist sinnvoll, um etwa Aktienverluste bei der einen inländischen Bank mit Aktiengewinnen bei einer anderen in der Steuererklärung verrechnen zu können, damit man einbehaltene Steuern auf Aktiengewinne erstattet bekommt. Denn innerhalb einer Bank werden Gewinne und Verluste automatisch verrechnet, nicht aber zwischen zwei Banken. Diese Verlustbescheinigung muss mit der Steuererklärung eingereicht werden.

8.

Arbeiten, zum Teil von daheim? Auch das nickt der Fiskus ab – vor allem, wenn der Arbeitgeber keinen entsprechenden Platz zur Verfügung stellt. Das kann bei Lehrern der Fall sein oder bei Außendienstlern. Sie können bis zu 1.250 Euro geltend machen. Und sollten Sie diesen Betrag in diesem Jahr noch nicht ausgeschöpft haben, bietet sich der zügige Kauf eines sowieso fälligen neuen Computers an oder der Ersatz des alten Bürostuhls – um eben diesen Betrag auszuschöpfen. Der Betrag wird dann als „Werbungskosten“ angegeben.

9.

An anderer Stelle muss ebenfalls eine Frist eingehalten werden – wer seine Steuerklasse ändern will, muss das bis zum 30. November beim Finanzamt beantragen. Für ein verheiratetes Paar ist so ein Wechsel zum Beispiel dann sinnvoll, wenn einem der Eheleute die Arbeitslosigkeit droht. Statt in Klasse 5 in Klasse 3 besteuert zu werden bedeutet ein höheres Nettogehalt.

10.

Steuerspareffekt für Erben: Wer Vermögen an seine Kinder zu vererben hat, sollte jetzt über den Steuerspareffekt einer Schenkung nachdenken. Denn in der Familie kann jedes Elternteil jedem Kind einen Vermögenswert von jeweils bis zu 400.000 Euro binnen zehn Jahren frei von Erbschafts- beziehungsweise Schenkungssteuer zukommen lassen. Es lohnt sich also, damit anzufangen.

11.

Spenden sind nicht nur gut fürs Gewissen, sondern auch für die Steuererklärung. Denn sie sind als „Sonderausgaben“ absetzbar. Voraussetzung: Sie wurden im „Veranlagungszeitraum“ gezahlt. Bis zur Höhe von 200 Euro kann sich das Finanzamt in Sachen Nachweis kulant zeigen. Wird mehr gespendet, ist eine „Zuwendungs­bestätigung“ fällig. Die stellt der Spenden­empfänger aus.

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