Rendite trotz Nullzins

Viele Deutsche sparen eisern, auch wenn die Zinsen dauerhaft im Keller sind. Doch wer weiter nur auf die klassische Anlageform setzt, kommt nicht weit. Wo Bundesbürger ihr Geld aufbewahren, wer es besser macht und was jetzt zählt.

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1. Ausgeprägter Hang zum Bargeld

Anstatt zu arbeiten, liegt das Geld zu Hause herum:

Statistisch bewahrt jeder Bundesbürger 1.800 Euro Bargeld in seinen vier Wänden auf. Da kommt bei 81 Millionen Deutschen eine riesige Summe zusammen. Zugleich ist der Wert gegenüber dem Jahr 2013 ein überraschender Anstieg. Denn bis dahin waren die Beträge stetig rückläufig gewesen. Dass die Bargeldhortung pro Kopf binnen der vergangenen drei Jahre von 1.300 auf 1.800 Euro zugelegt hat, ist nicht ganz zweifelsfrei zu erklären. Einerseits dürfte die florierende Wirtschaft hierzulande das Bargeldvolumen vermehrt haben. Andererseits hat das Bruttoinlandsprodukt seit 2012 um weniger als zehn Prozent zugelegt. Die Zunahme des Bargeldbestandes von Privatpersonen könnte also auch mit einer gewissen Furcht vor negativen Zinsen einhergehen.

2. Geldvermögen anderswo höher

Beim Nettogeldvermögen hinken die Deutschen hinterher:

Mit rund 47.700 Euro pro Kopf rangiert Deutschland im internationalen Vergleich nur auf Rang 18. Und das trotz brummender Konjunktur, steigender Einkommen und hoher Sparquoten. In der Untersuchung „Global Wealth Report“ zeichnet der Allianz-Konzern ein Bild über die Vermögensentwicklung privater Haushalte in 50 Ländern. Demzufolge besitzen Briten mit rund 96.000 Euro fast doppelt so viel wie Deutsche, US-Amerikaner mehr als das Dreifache. Allerdings sind bei Letzteren die Pensionsansprüche aus Kapitalvermögen mit eingerechnet. Die Rentenansprüche aus dem deutschen Umlageverfahren fließen hingegen nicht mit ein. Dennoch liefert die Analyse wichtige Erkenntnisse. So kommen die Bundesbürger trotz hoher Sparneigung nicht vom Fleck. Platz 18 belegten sie bereits im Jahr 2000. Höchste Zeit, umzudenken.

3. Konservative Geldanleger

Die Deutschen sind traditionell:

In Sachen Geldanlage vertrauen sie mehrheitlich auf das Sparbuch. Auch niedrige Zinsen scheinen sie nicht von dieser Vorliebe abbringen zu können – frei nach dem Motto: lieber verlässlich keine Zinsen als unvorhersehbare Verluste in Kauf nehmen zu müssen. Gleichzeitig hat die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer laut des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zugenommen. Im Jahr 2015 stieg sie um 560.000 auf gut neun Millionen, der höchste Stand seit drei Jahren. Trotzdem entspricht dies nicht einmal einem Fünftel der Bevölkerung. Positiv wertet das DAI, dass in der Gruppe der Anleger unter 40 Jahren eine Steigerung von mehr als zehn Prozent zu verzeichnen war. Auch der Rückstand hinsichtlich des Aktienbesitzes­ in den neuen Bundesländern wurde in den vergangenen fünf Jahren nahezu aufgeholt.

4. Rendite statt Rentiere

Die Finnen sind Europas Renditejäger Nummer 1:

Laut der Untersuchung der Allianz (siehe Punkt 2) haben sie ihr Erspartes zwischen 2012 und 2015 jedes Jahr um 6,9 Prozent vermehrt. Als clevere Anleger erwiesen sich auch die Spanier und Nieder­länder mit 5 beziehungsweise 4,7 Prozent. Die Deutschen schneiden in dem europäischen Vergleich nicht gut ab. Sie landen mit 2,3 Prozent Rendite pro Jahr auf dem vorletzten Platz.

5. Der Glanz des Goldes sollte Sparer nicht täuschen

Gold gilt als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten:

Wenn die Finanzsysteme kollabieren, wird Gold als Währung weiter funktionieren. So die Meinung passionierter Goldanleger. Doch Gold erwirtschaftet im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen keine Rendite. Die einzige Möglichkeit, mit Gold Gewinn zu machen, ist, dass der Marktpreis über den Ankaufspreis steigt. Als Geldanlage für die Altersversorgung ist das Edelmetall daher kaum geeignet, eher als Beimischung im Depot. Fragen Sie Ihren Vermögensberater.

6. Polster für später

Die Experten schlagen Alarm:

Trotz hoher Sparquote in Deutschland gibt es noch zu viele Bundesbürger, die keinen Cent für das Alter zurücklegen. So belegen Studien, dass heute jeder vierte Deutsche ein Vorsorgemuffel ist. Es sind besonders junge Menschen, die mit dieser Haltung riskieren, in der Zeit nach ihrem Erwerbsleben ohne finanzielle Mittel dazustehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Versorgungswerks MetallRente. Unter den 17- bis 27-Jährigen sind es gerade einmal 35 Prozent, die etwas für den Ruhestand beiseitelegen. Ein Grund: Viele junge Menschen fühlen sich laut Umfrage von der langen Vorplanung überfordert. Ein Vermögensberater kann dabei unterstützen.

7. Hilfe beim Vermögensaufbau

Geldanlage, Rente, Bausparen:

Wer für die Sicherung seines Lebensstandards und die private Vorsorge etwas tun möchte, blickt angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten oft nicht mehr durch. Fest steht: Ein nachhaltiger Vermögensaufbau ist heute allein durch emsiges Sparen kaum zu erzielen. Es bedarf einer Strategie, die zu den Wünschen sowie zur Lebenssituation passt. Der Vermögensberater unterstützt Menschen dabei, ihre Ziele zu erreichen. Dabei empfiehlt er nicht einzelne Produkte, sondern erarbeitet für jeden Kunden ein ganzheitliches Vorsorge- und Finanzkonzept.

Dividende: Anleger können neben den Kursen von Ausschüttungen profitieren (Fotos: Getty Images/Tntk)

8. Aktienrenditen hängen Zinsen ab

Aktien bieten bei langfristiger Anlage und breiter Streuung durch Dividenden und Kursgewinne hohe Renditechancen:

Das Deutsche Aktieninstitut hat die Renditeentwicklung deutscher Standardaktien in den vergangenen 50 Jahren analysiert. Ein Blick auf die Kurse und Dividendenausschüttungen der 30 größten deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften zeigt für jeden beliebigen Anlagezeitraum von mehr als zwei Jahren positive Renditen. Wer etwa Ende 2003 Aktien kaufte und bis Ende 2015 hielt, erzielte in diesem Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,7 Prozent. In dieser Periode sank die Rendite nie unter 5 Prozent. Anders die Zinsen für Spareinlagen. Lagen diese 2003 noch bei 1,08 Prozent, fielen sie Ende 2015 auf 0,13 Prozent.

9. Regelmäßige Erträge

Aktienfonds sind eine sehr gute Möglichkeit, zu investieren und Vermögen aufzubauen:

So bietet ein Fondssparplan einen Ausweg aus dem Zinstal. Denn arbeiten Fondsmanager gut, erzielen Fondssparer Renditen, die über denen von Sparbuch & Co. liegen. Für den Fondssparplan kann es zudem ein Vorteil sein, wenn die Aktien­kurse schwanken. Grund ist der Durchschnittskosteneffekt, auch Cost-Average-Effekt genannt. Sinken die Aktienkurse, werden auch die Fondsanteile günstiger. Man bekommt also für denselben Sparbetrag mehr Fondsanteile ins Depot. Das zahlt sich bei wieder steigenden Kursen aus. Denn auch für Anleger gilt der alte Kaufmannsspruch: Im Einkauf liegt der Gewinn. Eine wichtige Regel des erfolgreichen Fondssparens ist daher: auch bei sinkenden Kursen am Ball bleiben! Doch für welchen Fonds sollten Anleger einen Fondssparplan abschließen? Ihr Vermögensberater hilft Ihnen bei der Auswahl der für Sie passenden Angebote.

Titelfoto: Getty Images/Nancy Rose

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